Seit 90 Jahren Wahlrecht für Frauen Auch ein Erfolg der SPD
11. November 2008 0 KommentareDer Blick in die Geschichte lohnt sich und macht Mut: Am 12. Nov. 1918 wurde in der Weimarer Verfassung das Wahlrecht gesetzlich verankert und im Januar 1919 nahmen 82 Prozent der erstmals wahlberechtigten Frauen dieses Recht wahr. Der lange Kampf der SPD um das Frauenwahlrecht hatte sich bereits gelohnt. Wie scharf die vorangegangenen Kämpfe gewesen sind, ist heute allerdings kaum noch nachvollziehbar, so die ASF-Vorsitzende Dr. Daniela De Ridder.
Zwar waren die Auseinandersetzungen in Deutschland um das Frauenwahlrecht nicht ganz so scharf wie bei den „Suffragetten in Großbritannien“, aber auch hier trafen fundamentale Ansichten aufeinander. Wenig Ziel führend war, dass die deutsche Frauenbewegung lange Zeit gespalten war: Dem „bürgerlichen“ Flügel ging es hauptsächlich um bessere Bildung für Mädchen, um Zugang zu höheren Schulen und Universitäten und Chancengleichheit im Beruf. Die „radikale“ Frauenbewegung hingegen forderte die absolute Gleichstellung von Frau und Mann im privaten und öffentlichen Leben. Dafür war das Stimmrecht unabdingbare Voraussetzung. „Frauen sprach man allerdings ab, gewissenhaft entscheiden zu können und ihre Emanzipation war in der Männerwelt von vielen nicht gewollt, was dazu führte, dass man ihre Forderungen scharf zurückwies.“, so De Ridder weiter.
Allerdings erkannte bereits 10 Jahre später die Reichstagsabgeordnete Marie Jucharcz in einer Reichstagsrede: „Das Frauenwahlrecht ist eine Folge der gegenüber früher völlig veränderten sozialen Lage der Frauen.“ Klar war der Sozialdemokratin damals schon, dass das Wahlrecht nur einen Schritt in Richtung Gleichstellung darstellte.
An die Errungenschaft des Frauenwahlrechts im Jahre1918 zu erinnern, ist der ASF-Vorsitzenden Dr. Daniela De Ridder daher ein wichtiges Anliegen: „Den Frauen ist nichts geschenkt worden aber der Blick in die Geschichte zeigt, dass die Frauen in der SPD einen langen Atem bewiesen haben und ihr Kampf sich gelohnt hat. Allerdings wissen wir auch, dass es noch viel zu tun gibt - egal ob im Hinblick auf politische Ämter, gleiche Aufstiegschancen, Lohngleichheit oder Bildungschancen. Eine moderne Gesellschaft darf es sich nicht erlauben, auf die Hälfte ihres weiblichen Potentials zu verzichten. Wie gut, dass das inzwischen auch viele Männer erkannt haben und unsere Anliegen solidarisch unterstützen, etwa in der Familien- und Sozialpolitik“, so De Ridder wörtlich. Zugleich sei es erschreckend, dass es immer noch Länder ohne Frauenwahlrecht gebe, so bspw. Saudi-Arabien, ein wichtiger Handelspartner Deutschlands.
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